Interview mit DJ Robyn

27.11.2008 19:39 from Gore

Die Heromonkeys heissen DJ Robyn willkommen!

Eigentlich hatten wir garnicht vor, unseren Artistpool zu vergrössern. Doch schon seit geraumer Zeit hatten wir einen aufstrebenden DJ im Auge, der durch perfekt arrangierten Mixe und eine durchdachte Selection bereits weit über die Grenzen seiner Hood bekannt geworden ist.

Die Rede ist von DJ Robyn. Freundschaftlich den Monkeys schon seit längerer Zeit verbunden, ist er darüberhinaus die perfekte Ergänzung, weil sein musikalisches Terrain abseits des Drum n Bass zu finden ist: Robyn liebt und lebt Dubstep in all seinen Variationen.

Um seinen Einstand gebührend zu würdigen, lassen wir Robyn an dieser Stelle selbst zu Wort kommen. Bei einem Gespräch über Gott und die Welt berichtet er uns von dem harten Leben in Bielefelds Äquivalent zur Bronx, seinem musikalischen Werdegang und gibt einen kleinen Ausblick auf das, was er zu unserem Griff nach der Weltherrschaft beitragen wird.


INTERVIEW

Hallo Robyn, erzähl uns doch erstmal, wie du zu den Monkeys gekommen bist.

Robyn: Also, irgendwann sah ich (damals im Ringlokschuppen, Bielefeld) Gore beim auflegen. Haha, was hab ich den Kopf geschüttelt über die Selection. Viel zu hart... Doch mehr und mehr lernte ich Gores Mixe kennen und schätzen und da er ja quasi vor der Haustür wohnt, stand der erste Besuch bald an. Naja, er hat mir dann ja auch seinen alten Reloop Plattenspieler (Riemenantrieb, lol) geliehen und ich konnte meine ersten Dubstep Platten über einen Mixer mit abgebrochenen Line-Fadern hören! Gore hat mich dann auch Demented vorgestellt und irgendwann hat die ganze Affenbande im AJZ aufgelegt und ich war mit von der Partie...
Und dann sind da noch meine Vorlieben für solche Sachen wie Bananen Milchshakes oder abhängen mit der Monkey Crew..

Mit den ersten eigenen Scheiben kam dann also die Lust aufzulegen?

Robyn: Naja, da kommt schon wieder Gore ins Spiel. Von ihm kam die Anfrage ob ich nicht mal einen Mix für eine Radiosendung auf dem lokalen Uni Radio machen möchte. Der wurde per Copy & Paste am PC zusammengeschustert (ohne Übergänge versteht sich). Naja, dann habe ich immer wieder bei Gore oder anderen DJs zu Hause mal DnB aufgelegt. Das hat so viel Spaß gemacht, nur war das nicht ganz meine Musik. Also hab ich mir gebrauchte Technics gekauft und von da an hat mich die Mixsucht gepackt.

Wie kam es denn dazu, dass du dich dem Dubstep verschrieben hast? War das love on first sight? Das worauf du die ganze Zeit gewartet hast?

Robyn: Nicht wirklich. Ich habe hauptsächlich Drum 'n' Bass gehört und wollte auch immer gerne schon auflegen - aber ganz ehrlich: Es gab zuviele Drum 'n' Bass DJs in meiner Stadt. Fast mein kompletter Freundeskreis hat Drum 'n' Bass aufgelegt. Und ich dann auch noch? Als ich dann 2006 zum ersten Mal Dubstep hörte dachte ich noch: "Hmm, ist ja ganz okay." Ein Set von Vex'd und ein Mix von Robotic aus Berlin haben mich dann vollends bekehrt. Und seitdem meditiere ich nur noch auf der Bassgewalt.

Du bleibst anderen Musikstilen gegenüber aber noch offen und hörst auch weiterhin DnB?

Robyn: Na aber sicher. Ich habe keine Scheuklappen. In meinen Sets findet sich auch mal der ein oder andere Track von Nine Inch Nails, Modeselektor oder Crookers. Andere Musikrichtungen sind sehr spannend, aber ich höre schon zu 80% Dubstep und Drum 'n' Bass - irgendwo muss man ja seinen Fokus haben!

A propos Fokus. Du bietest in deinen Sets schon einiges an Subgenres. Hast du Vorlieben was Dubstep angeht?

Robyn: Am liebsten habe ich es Deep|Dark|Heavy. Aber ich spiele eigentlich alles was für mich unter den Begriff "Dubstep" fällt. Das kann wobblig, soft oder schnell oder dunkel sein. Im Moment ist Dubstep so vielfältig, dass ich es für Quatsch halte da jetzt neue Schubladen für zu erfinden.

Was macht denn für dich einen guten (Dubstep-)Mix aus?

Robyn: In einem guten (Dubstep-) Mix finde ich eine Spannungskurve jeglicher Art, ein passendes Intro, keine "Trainwreck"-Übergänge, nicht nur den allerneuesten Shit und ich sollte merken, dass sich der DJ Gedanken zu dem Mix gemacht hat. Aber sowas schaffe ich auch nur im 10. von 10 Anläufen!

Ist es für dich nicht komisch, als Dubstep-DJ in einer Crew zu sein, die sich bisher fast ausschliesslich dem Drum n Bass gewidmet hat?

Robyn: Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass der Dubstep-Virus auch bei so manchem anderen Affen angeschlagen hat. Unser Headquarter sieht bald so aus, wie der Anfang von "28 Days Later"! Manch einer soll sich sogar schon Dubstep-Vinyl angeeignet haben. Ich glaube ich komme da in ein "gemachtes Nest"! Ausserdem ergänzen sich Dubstep und Drum 'n' Bass sehr gut, oder gehen eine Symbiose ein, wie bei unserem letzen Banana Bash!

Das seh ich genauso. Aber wie sieht das in deiner Heimatstadt aus? Läuft dort regelmässig Dubstep, gibt es gute Recordstores und ein aufgeschlossenes Publikum?

Robyn: Hmm naja, Gore und ich haben seit 2006 regelmäßig versucht Dubstep in unserer Hood zu etablieren. Erst jetzt geht es so langsam los. Manchen Leuten hier ist selbst Drum 'n' Bass zu exotisch...
Ich muss ehrlich sagen die besten Partys habe ich außerhalb von Bielefeld erlebt, aber das kann sich ja noch ändern, schließlich bleiben wir am Ball.

Wie siehst du die Zukunft der Monkeys? Worauf sollte sich die Welt gefasst machen?

Robyn: Bass, Bass und nochmals Bass, kranke Partys mit Palmendeko... Und zuguterletzt natürlich auf den "Wer hat die Kokosnuss" (Heromonkeys VIP Remix)!
Über die weitere Zukunft reden wir dann, wenn wir im Crew-Olymp sitzen.

Danke für das Gespräch, Robyn! Any last words?

Robyn: Shouts to all 602 Gangstas und vielen Dank an die Monkeys für die Aufnahme!!

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